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Jürgen Oberbäumer

Jürgen Oberbäumer: Fukushima – Im Schattena

Teil 3 – Folgeschäden
ISBN 978-3-89979-278-2;  20,00 Euro
 

Katastrophen haben Folgen. Die Zerstörung Lissabons im Jahr 1755 ließ Europa den Glauben an einen gütigen Gott verlieren. Wie reagiert Japan auf 2011?
„Fukushima“ ist offiziell ein Unfall. Die Verwüstungen des Tsunami werden in heroischen Anstrengungen bewältigt: Was ist mit „Fukushima?“ Was tut es mit dem Land meiner Sehnsucht? Dieser Frage gehe ich nach. „Fukushima“ ist eine schwärende Wunde, denn die Geschichte vom „Unfall“ ist eine Lüge. Sie ist die zweite Katastrophe. Wo auf eine schwärende Wunde ein billiges Pflaster aufgelegt wird, kann sie nicht heilen!
Ich verzweifle fast, wenn ich sehe, was in diesem Jahr 2013 passiert . Alle haben Angst. Die Macht aber haben Blender und Wunderheiler. Japan hätte sich erneuern können – tat es nicht. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf.
– Fünf Jahre sind vergangen, seit ich „Folgeschäden" versuchte aufzuzeichnen. Die Wunde schließt sich nicht, im Gegenteil. Ich frage: Inwieweit ist „Fukushima" der Ausgangspunkt eines Geschehens, das über Japan hinausstrahlt? Was macht „Fukushima“ mit den unmittelbar Betroffenen? Der Autor ist einer von ihnen. In seinen mühsam tastenden Reflexionen zeigt sich, wie schwer die Wunde vernarbt. Der Kampf um Heilung bringt zu Tage, was lange schlief. Wie stellt sich ein Mensch seinen Ungeheuern? Der Blick in die Splitter seines geborstenen Spiegels lässt den Berichterstatter ahnen: Die Kernschmelze - das bist du selbst!

Jürgen Oberbäumer: Fukushima - Im Schatten

Teil 1 - Katastrophe und Flucht; Teil 2 - Ein schwach verstrahltes Jahr
ISBN 978-3-89979-222-5;  20,00 Euro

Ein Ostwestfale in Japan! Nach einem frühen Schiffbruch in den Stürmen der eigenen Seele rettete er sich auf eine einsame Insel, fern von allem Bekannten, am Rand der bewohnten Welt: wo er Frau und Kinder fand.
Man lebt nur zweimal, sah er früh: und das zweite, das glückliche Leben am Rand des pazifischen Ozeans wurde von Grund auf erschüttert als eben dieser Ozean sich erhob und ihm eine Lehre erteilte.
Der elfte März 2011 und die folgende Woche waren Tage von Vertreibung und Flucht. Das Jahr darauf – ein Hängen an den Fingerspitzen. Dreiunddreissig Kilometer südlich von Fukushima Dai-ichi lebt es sich schwer. Es ging aber alles noch einmal gut. – Ging es wirklich gut?
Eine Lehre wurde mir und uns allen Japanern hier erteilt, das ist zweifelsfrei: wer sich in eine dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze verwickelt findet, beginnt nachzudenken. Was lernte ich?
Ich begann zu schreiben um mir darüber klar zu werden.
Ich begann nach fast einem Jahr der Schreckstarre mich zu erinnern. Als Zeitzeuge führe ich nun fortlaufend Protokoll: „Fukushima“ ist eine Katastrophe in mehreren Akten. Als Zeuge der Ereignisse finde ich einen Sinn in unserer, nämlich meiner Frau und meiner, Existenz am Rande des Entsetzens. Ich möchte aufrütteln.

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