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Wofür steht die Arbeitsgemeinschaft anthroposophischer Buchhandlungen und Verlage?
Gegenstand des herstellenden und verbreitenden Buchhandels ist die Schaffung geistiger und wirtschaftlicher Werte und deren Verbrauch.Die wirtschaftliche Wertschöpfung vollzieht sich arbeitsteilig im gegenseitigen Geben und Nehmen von Verlagen, Händlern und Verbrauchern. Nüchtern betrachtet hat hierbei privates, kurzfristig am eigenen Vorteil orientiertes, egoistisches Verhalten keinen Platz.- Historisch-ideologisch stehen wir aber noch in einer Wirtschaftsverfassung, die das Gegenteil behauptet und lebt, seit A.Smith sophistisch das größte Gesamtwohl davon erwartete, daß jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.- Das soziale Hauptgesetz (1905/06) erhellt, daß daraus in der arbeitsteiligen Leistungsverbundenheit auf Dauer nur Not, Elend und Verzerrung resultieren kann. Es selbst kann jedoch nur in derPraxis leben, wenn es gelingt, Einrichtungen zu schaffen, in denen der einzelne Teilnehmer und Miterbringer der o.g. Wertschöpfung nicht zum Egoisten verurteilt ist, sei es durch Kapitalabhängigkeit, Lohnverhältnisse, Bevormundung, Preiskrieg etc.- Solche soziale Weiterentwicklung erfordert die Gliederung des öffentlichen sozialen Lebens gemäß seiner qualitativ verschiedenen Funktionen , d.h. eine Autonomisierung des kulturellen Lebens, in dem der Einzelne seine antisozialen Triebe in Selbsterziehung und geistige Entwicklung umsetzen kann und erlebt. Erst dadurch kann er die in der wirtschaftlichen Domäne von ihm strukturell geforderte oder zu schaffende Selbstlosigkeit überhaupt erbringen .- Die Axiome eines gegliederten Sozialen Organismus sind zwischen 1917 und 1922 veröffentlicht und begründet worden; sie sind in den freien Willen und die Initiative gegenwärtiger und zukünftiger Zeitgenossen gestellt.- Die ARBEITSGEMEINSCHAFT ANTHROPOSOPHISCHER BUCHHANDLUNGEN UND VERLAGE ist ein offener Zusammenschluß von in der Wertschöpfung und Pflege anthroposophischer Buchkultur tätigen Hersteller, Verteiler und Verbraucher. Er möchte helfen, sachgemäße Gleiderungen und Zuordnungen einzu,leiten und Einrichtungen des wirtschaftlichen Gemeinsinns zu schaffen Sie ist zugleich eine ständige Einladung, mitzutun.
M.Kannenberg-Rentschler, Volkswirt und Buchhändler, Berlin
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